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Portugal: Saab bietet lokale Produktion des Gripen E an – F-35 und Eurofighter Typhoon ebenfalls im Rennen

Zwei Techniker im Hangar prüfen Jetmodell und Pläne vor einem Kampfjet mit Portugiesischer Flagge im Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Saab bietet Portugal lokale Produktion des Gripen E an
  2. Gripen E: Saab betont Anpassungsfähigkeit der Technologie
  3. Die F-35 als alternative Kandidatin
  4. Ein dritter Kandidat: der Eurofighter Typhoon

Saab bietet Portugal lokale Produktion des Gripen E an

Während die portugiesische Luftwaffe mögliche Nachfolger für ihre derzeitige Flotte von F-16-Kampfjets prüft, will der schwedische Hersteller Saab seinen Gripen E mit einem Angebot zur lokalen Produktion ins Spiel bringen. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit mit dem portugiesischen Unternehmen OGMA. Laut Berichten lokaler Medien haben beide Firmen bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet. Sie soll den Rahmen für eine Vereinbarung nach dem Vorbild des früheren Abkommens mit Embraer schaffen, dem Mehrheitseigentümer von OGMA. Dieses betraf das von der brasilianischen Luftwaffe ausgewählte Flugzeug. Lissabon könnte auf diese Weise eine breite Kette heimischer Industriebetriebe in das Vorhaben einbinden.

Ein formelles Beschaffungsverfahren hat zwar noch nicht begonnen, dennoch haben Vertreter des schwedischen Unternehmens den Gripen E bereits als „hervorragendes Produkt“ für die portugiesische Luftwaffe bezeichnet. Diese kenne die Zuverlässigkeit des Herstellers schon, da sie gegenwärtig andere von Saab gefertigte Systeme betreibe. Zu den Vertretern gehörte Daniel Boestad, Vizepräsident für das Gripen-Geschäft. Er erklärte, Lissabon habe zwar noch keine endgültige Entscheidung getroffen, sein Unternehmen sei aber bereit, eine Produktion des Flugzeugs im Land zu ermöglichen. Wörtlich sagte er: „OGMA hat großes Potenzial, den Gripen zu produzieren.“

Noch ist unklar, wie viele Kampfjets die portugiesische Luftwaffe letztlich kaufen wird und mit welchen Waffen und integrierten Systemen sie gegebenenfalls ausgestattet sein sollen. Deshalb lasse sich derzeit nicht bestimmen, wie viel Portugal bei einer Entscheidung für den Gripen E investieren müsste, so Boestad. Er verwies jedoch auf Thailand und Brasilien: Im August 2025 wurde der Kauf von vier Flugzeugen für rund 495 Millionen Euro durch Thailand bestätigt. Brasilien wiederum erwarb 36 Maschinen für etwa 3,87 Milliarden Euro.

Gripen E: Saab betont Anpassungsfähigkeit der Technologie

Um die Qualitäten des Gripen E als Kampfjet für Portugal hervorzuheben, sagte Boestad: „Es ist ein völlig anderes Flugzeug, eines der bedeutendsten und modernsten. Ich spreche nicht nur davon, schnell zu fliegen oder enge Kurven zu drehen, sondern von der Fähigkeit, neue Technologien zu übernehmen (…) Das Tempo des Wandels und der Anpassung ist entscheidend für die Zukunft. Das war der wichtigste Faktor bei der Entwicklung dieses Flugzeugs. Wir haben die Computersysteme des Gripen völlig anders als bei anderen Flugzeugen gestaltet, um diese Änderungen sehr schnell umsetzen zu können.“

Bei der Vermarktung seines Kampfflugzeugs misst Saab diesem Aspekt besondere Bedeutung bei, vor allem im Vergleich mit der US-amerikanischen Konkurrenz in Form der F-35-Tarnkappenjets. Ein wesentlicher Unterschied besteht laut dem Manager darin, dass der Kunde festlegen könne, welche Softwareprogramme in den Kampfjet integriert werden sollen. Ingenieure könnten die nötigen Anpassungen dann in sehr kurzer Zeit vornehmen, sodass die Programme innerhalb von Tagen statt erst nach Monaten oder Jahren zur Verfügung stünden.

Die F-35 als alternative Kandidatin

Während Saab den Gripen E als künftigen Kampfjet der portugiesischen Luftwaffe bewirbt, verfolgt Lockheed Martin mit seiner F-35 dasselbe Ziel. Das Unternehmen erhält dabei starke Unterstützung aus Washington, um bei der Entscheidung größeren Druck auf Lissabon auszuüben. Wie bereits berichtet, würde die Einführung dieser Plattform positiv gesehen: Portugal könnte seine Fähigkeiten damit an jene zahlreicher europäischer Staaten angleichen, die sie als künftigen Kampfjet gewählt haben. Das würde eine engere Interoperabilität ermöglichen und mögliche spätere Schritte zur Einführung eines Flugzeugs der sechsten Generation erleichtern.

Der US-amerikanische Tarnkappenjet steht allerdings auch vor mehreren Hindernissen, auf die portugiesische Militärvertreter bereits hingewiesen haben. Einige davon gehen über rein technische oder wirtschaftliche Fragen hinaus. Wie im vergangenen Dezember berichtet, erklärte General Cartaxo Alves, Generalstabschef der portugiesischen Luftwaffe, in einem Interview, dass bei einer Wahl der F-35 mit langen Lieferzeiten zu rechnen wäre. Zudem wären die Kosten für Anschaffung und Betrieb erheblich höher als beim schwedischen Konkurrenten.

Das würde sich zweifellos sowohl auf die Zahl der letztlich beschaffbaren Flugzeuge als auch auf deren künftige operative Rolle auswirken und damit die Möglichkeiten der Luftwaffe zur Erfüllung ihrer Aufgaben einschränken. General Alves bestätigte im Interview keine konkrete Stückzahl, nannte aber eine Spanne von 14 bis 28 Maschinen. Nach seiner Schätzung wären dafür zwischen 3 Milliarden und 4,8 Milliarden Euro nötig – und damit weiterhin weniger als die 5 Milliarden Euro, die die Regierung für das Programm bereitzustellen bereit war.

Ein dritter Kandidat: der Eurofighter Typhoon

Neben den offenbar aussichtsreichen Bewerbungen des Gripen und der F-35 prüft Portugal auch den Erwerb eines dritten Modells: des von Airbus angebotenen Eurofighter Typhoon. Gegen Ende Oktober des vergangenen Jahres gab das Unternehmen bekannt, mit dem portugiesischen Cluster für Luftfahrt-, Raumfahrt- und Verteidigungsindustrie (AED Cluster Portugal) eine Absichtserklärung unterzeichnet zu haben, um das eigene Angebot voranzubringen. Airbus erklärte sich bereit, die erforderlichen Studien für einen Plan aufzunehmen, der ebenfalls eine Beteiligung lokaler Unternehmen an der Flugzeugproduktion vorsehen würde.

Das Eurofighter-Konsortium wollte damals den Schwung aus der Beschaffung von 20 zusätzlichen Flugzeugen durch Deutschland sowie aus den spanischen Programmen Halcón I und Halcón II nutzen. Letztere betreffen die Varianten Tranche 4 und 5 der Plattform. Hinzu kam ein neuer Exporterfolg außerhalb der europäischen Kerngruppe, die das Flugzeug ursprünglich entwickelt hatte: Nach einem Besuch des britischen Premierministers Keir Starmer in Ankara verkaufte das Vereinigte Königreich 20 Maschinen an die Türkei.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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