Gute Nachrichten für alle, denen die beiden im Oktober des Vorjahres vorgestellten Konzeptfahrzeuge von Scout Motors gefallen haben: „Die Serienfahrzeuge werden den Modellen, die wir auf der CES gezeigt haben, sehr ähnlich sehen“, sagte Designchef Chris Benjamin über das SUV Traveler und den Terra Truck, die 2027 auf den Markt kommen sollen.
„Ich weiß, worin die Unterschiede bestehen“, erklärte Benjamin gegenüber TG. „Für die meisten Menschen werden sie meiner Meinung nach kaum wahrnehmbar sein.“
Das sind erfreuliche Aussichten. Sowohl das SUV als auch der Pickup sind robust gestaltete Elektrofahrzeuge mit Leiterrahmen. Auf Wunsch gibt es einen Benzinmotor als Reichweitenverlängerer. Moderne LED-Leuchten treffen bei beiden auf kantige Formen und klassische Türgriffe.
Scout Motors und die Vorbilder aus der Vergangenheit
„Es ist spannend, auf ein Erbe und eine Geschichte zurückgreifen zu können“, sagte Benjamin. Er kam im Mai 2023 zu Scout, nachdem er zuvor bei Stellantis in Nordamerika das Team für Innenraumdesign geleitet hatte.
„Man hat sicher schon Beispiele gesehen, bei denen das falsch gemacht wurde und die Autos bloß exakte Retro-Kopien der alten Fahrzeuge sind. Das wollten wir auf keinen Fall. Aber die Geschichte hat uns einen sehr klaren Fundus an Dingen gegeben, von denen wir uns inspirieren lassen konnten. Als kreative Menschen genießen wir das. Man lernt die Marke aus einer historischen Perspektive kennen und verstehen und entdeckt dabei all diese Überraschungen und erfreulichen Details in der Geschichte der Fahrzeuge.“
Was genau haben die neu aufgelegten Scout-Modelle also von den Fahrzeugen von International Harvester aus den 1960er- und 1970er-Jahren übernommen?
„Am Anfang stehen für uns immer die charakteristischen Proportionen“, sagt Benjamin. „Wenn man sich zum Beispiel einen Scout II ansieht, ist das gesamte Volumen gewissermaßen in Richtung Hinterräder verschoben. Er hat einen extrem kurzen vorderen Überhang und einen ordentlichen Abstand zwischen Armaturenbrett und Vorderachse. Dazu kommt die sehr markante DLO [die seitlich sichtbare Fensterlinie], die am Heck nach oben schwingt. Das haben wir beim SUV Traveler aufgegriffen.“
„Der Scout 80 war sehr weich und rund gezeichnet. Er hatte runde Radläufe, und auch das haben wir übernommen. Tatsächlich gibt es an der Seite des Traveler nur eine einzige Linie. Beim Terra Truck haben wir diesen kleinen Schwung an der Ladefläche. Als ich das bei der Enthüllung erwähnt habe, waren die Fans der ersten Stunde im Publikum ganz aus dem Häuschen, denn das stammt vom 80er.“
„Das große Streitthema lautet immer: ‚Er hätte runde Scheinwerfer haben sollen.‘ Offensichtlich sehen wir das anders. Der Grund ist, dass man in den 1960er-Jahren keine andere Wahl hatte. Damit scheiden sie als Inspiration eigentlich aus: Wenn jedes Fahrzeug mit denselben Scheinwerfern gleich aussah und wir das einfach wiederholt hätten, würde es sich nicht richtig anfühlen.“
Scout Traveler und Terra Truck: Bildschirme und Tasten im Innenraum
Auch die Innenräume hat Scout bereits gezeigt: Große Bildschirme sitzen dort über einer langen Reihe echter Tasten und Drehregler.
„Wir wollten den Innenraum so gestalten, dass die Bedienung Spaß macht und alles leicht zugänglich ist“, sagte Benjamin. „Die Leute wollen sich nicht in Bildschirmmenüs verlieren. Das wollen sie einfach nicht. Sie wollen auch nicht für die Temperatureinstellung über einen Bildschirm wischen müssen. Das will niemand.“
„Bevor Apple das iPhone erfand, wollte niemand ein Telefon ohne Tasten. Als es dann herauskam, dachten alle: ‚Mensch, das ist großartig, bauen wir das überall ein.‘ Und ich glaube, die Autoindustrie als Ganzes hat es damit übertrieben.“
„Ein weiterer Fehler dabei ist meiner Ansicht nach, dass sich Autofahren davon unterscheidet, herumzugehen oder auf der Couch zu liegen. Während der Fahrt ist die geistige Belastung zu hoch, um etwas in einem Menü zu suchen. Anders ist es mit dem antrainierten Muskelgedächtnis: Man greift einfach hinüber und betätigt einen Schalter oder dreht an einem Regler.“
Das freut alle, die echte Tasten einer reinen Touchscreen-Bedienung vorziehen. Da der Terra Truck gegen den Tesla Cybertruck antreten wird, konnte TopGear.com nicht umhin, Benjamin auch nach seiner Meinung zu dem spitzen Edelstahlkeil zu fragen.
„Ich versuche, nicht allzu oft daran zu denken“, sagte Benjamin. „Nein, er ist interessant. Ich meine, es ist ein Produkt, das mit Konventionen bricht, und es unterscheidet sich offensichtlich stark von dem, was wir machen. Wir wollten etwas schaffen, das freundlich und zugänglich wirkt. Sie haben eindeutig das Gegenteil gemacht.“






Kommentare
Noch keine Kommentare. Sei der Erste!
Kommentar hinterlassen