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Ford Escort Mk1 RS: Eine neue Version der Siebzigerjahre-Ikone

Silberner Oldtimer-Ford mit blauen Rennstreifen und modernen LED-Scheinwerfern vor blauem Hintergrund.
In diesem Artikel
  1. Zwei Motoren für den Ford Escort Mk1 RS
  2. Karosserie und Fahrwerk des Ford Escort Mk1 RS
  3. Ausstattung und Gestaltung des Ford Escort Mk1 RS

Der Ford Escort Mk1 RS ist zurück: nicht als millionenteurer Neuaufbau auf Basis eines rostigen Spenderautos, sondern als brandneue, glänzende Fortsetzung einer Ikone der Siebzigerjahre, die großartig aussah und klang.

Boreham Motorworks steht hinter dem offiziell lizenzierten Fortsetzungsmodell, das fortlaufende Fahrgestellnummern erhält. Die Vorgabe, dass der Wagen großartig aussehen und klingen soll, scheint das Unternehmen erfüllt zu haben: Er sieht großartig aus und dürfte mit der stärkeren Motorvariante auch so klingen.

Zwei Motoren für den Ford Escort Mk1 RS

Vor allem liegt das an der zweiten Motoroption: einem neuen, vom Motorsport abgeleiteten 2,1-Liter-Saugmotor mit vier Zylindern, zwei obenliegenden Nockenwellen, geschmiedeten Stahlpleueln, einer aus dem Vollen gefertigten Kurbelwelle sowie einer Kraftstoff- und Zündanlage nach Motorsportvorgaben. Er wiegt gerade einmal 85 kg.

Der Motor dreht bis 10.000 U/min und leistet dabei 296 bhp, also rund 300 PS. Kombiniert wird er mit einem Fünfganggetriebe mit zurückversetztem ersten Gang und einer eigens angefertigten Titanabgasanlage, die „auf Leistung und mitreißenden Klang abgestimmt“ ist. Der Sound dürfte also ziemlich wild ausfallen.

Als weitere Variante bietet Boreham serienmäßig einen 1,8-Liter-Doppelnockenwellenmotor mit Einspritzung und Trockensumpfschmierung an. Er leistet 182 bhp, rund 185 PS, und dreht bis 9.000 U/min. Dazu kommt ein manuelles Vierganggetriebe mit geradverzahnten Rädern. Beide Varianten haben natürlich Heckantrieb.

Karosserie und Fahrwerk des Ford Escort Mk1 RS

Apropos präzise Schnitte: Boreham hat den neuen Mk1 RS mit Toleranzen gebaut, die „die ursprünglichen technischen Zeichner nicht für möglich gehalten hätten“. Dafür holte das Unternehmen die originalen Ford-Baupläne aus dem Archiv und scannte einen ursprünglichen Mk1 vollständig mit Lasern.

So konnte Boreham den RS in derselben Form und mit denselben Abmessungen nachbauen, die Ford in den 1970er-Jahren vorgab. Gleichzeitig sollte er robuster, effizienter und steifer werden und sich auch etwas besser fahren lassen.

Für die Karosseriemontage entwickelte und fertigte Boreham neue Lehren und Vorrichtungen. Motorhaube, Kofferraumdeckel und innere Strukturen bestehen aus Kohlefaser; für die äußeren Karosserieteile kommt Stahl zum Einsatz, verstärkt und mit verbreiterten inneren Radkästen. Aluminium und Titan werden an der vollschwimmenden Hinterachse verwendet.

An dieser Hinterachse verbaut Boreham ein ATB-Sperrdifferenzial und Gewindefederbeine, um Käuferinnen und Käufern einen Vorgeschmack auf die Fahrleistungen des alten RS zu geben. Eine Servolenkung gibt es dagegen ebenso wenig wie ABS, Traktionskontrolle oder einen Bremskraftverstärker. Boreham beschreibt das Fahrerlebnis als „unmittelbar“ und spricht von „kontrollierbarem Übersteuern“. Wer nicht in Bestform ist, dürfte dafür womöglich deutlich kräftigere Worte finden. Zumal Boreham ein Gewicht von nur 800 kg anstrebt.

Ausstattung und Gestaltung des Ford Escort Mk1 RS

Die Räder sehen gut aus, oder? Klein sind sie ebenfalls: Die 15-Zoll-Felgen tragen breite Reifen und verbergen Bremsen, die nach heutigen Maßstäben recht bescheiden ausfallen. Vorne messen sie 260 mm und haben Vierkolbensättel, hinten sind es 264 mm und Zweikolbensättel. Auch der Innenraum macht einen guten Eindruck. Leder, Alcantara, Hosenträgergurte, Kohlefaser und ein vollständiger Überrollkäfig sind ebenso an Bord wie beheizbare Scheiben und eine Klimaanlage. Besonders schön wirken die Rundinstrumente; dasselbe gilt für Gestaltung und Bezug des Armaturenbretts. Und außen? Ein Klassiker.

Designchef Wayne Burgess, dessen erstes Auto ein Escort Mk2 war, hat die ursprüngliche RS-Form behutsam weiterentwickelt. Die Stoßstangenecken und Blinker wurden entfernt, die Kühlergrilleinfassung besteht nun aus Aluminium, und die Scheinwerfer „sind von den klassischen Leuchten inspiriert, die bei Rennen häufig abgeklebt wurden“. Das ist gelungen. Auch neue Türgriffe, Rückleuchten und Spiegel sind zu entdecken.

„Den Ford Escort Mk1 RS für eine neue Generation neu zu erschaffen, bedeutet mehr, als nur ein Auto zu bauen“, sagte Boreham-Motorworks-Chef Iain Muir. „Es geht darum, ein Erbe zu würdigen, das Fahrbegeisterte seit über einem halben Jahrhundert inspiriert.“

Diese Begeisterten brauchen allerdings weiterhin einen ziemlich gut gefüllten Geldbeutel. Zwar handelt es sich nicht um einen millionenteuren Neuaufbau aus einem rostigen Spenderwagen, doch die Preise beginnen bei 295.000 Pfund. Die Produktion ist auf lediglich 150 Fahrzeuge begrenzt. Für diesen Betrag gibt es eine Garantie über zwei Jahre beziehungsweise 32.187 km und einen Produktionstermin im dritten Quartal 2025.

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Katharina Leitner

Katharina Leitner ist Kulturwissenschafterin und Autorin aus Graz mit Schwerpunkt auf österreichischer Alltagskultur und regionalen Sprachbesonderheiten. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Schmolik, dessen Traditionen, Bedeutungen und zeitgemäßen Entwicklungen, und sammelt dazu Geschichten, Rezepte und Erfahrungsberichte aus ganz Österreich.

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