Mit seiner neuesten Kreation aus dem Ferrari-Programm Special Projects würdigt die italienische Marke eine ihrer größten Legenden: den F40.
Die Hommage beginnt beim Namen SC40 und reicht bis zu den zahlreichen stilistischen Anspielungen. Nostalgisch oder retro wirkt das Einzelstück dennoch nicht.
Stattdessen zeigt sich der Ferrari SC40 in einer zeitgemäßen, skulpturalen Formensprache. Klar ausgeprägte Volumen und geometrische Elemente prägen sein Erscheinungsbild. Die unverkennbare Referenz an das Vorbild F40 findet sich in der Form des feststehenden Heckflügels.
Neben jüngeren Kreationen aus Maranello wie dem F80 oder dem 849 Testarossa wirkt der SC40 nicht fehl am Platz. Laut Flavio Manzoni, dem Leiter des Ferrari-Designzentrums, sollte die Essenz des Originals – seine Reinheit und Radikalität – in einem Fahrzeug mit eigenständiger Identität neu interpretiert werden.
Ob das gelungen ist, bleibt Ihrem Urteil überlassen. Bemerkenswert ist jedenfalls, wie überzeugend der SC40 seine technische Basis verbirgt: den organischer und kurviger gestalteten 296 GTB.
Ferrari SC40: Hommage statt Kopie
Wie schon beim 849 Testarossa betont Manzoni auch hier vertikale Linien und Elemente. Erkennbar ist das an der Verlängerung der Frontscheinwerfer, an den Schnitten der Türen und der Motorabdeckung sowie am Heckflügel.
Bei einem Supersportwagen, dessen Konturen und Silhouette große Dynamik vermitteln, ist es durchaus ungewöhnlich, diesen Eindruck durch senkrechte Elemente optisch zu durchbrechen.
Zusätzliches visuelles Gewicht erhalten diese vertikalen Partien durch ihre schwarze Farbe. Sie bildet einen deutlichen Kontrast zur weißen Karosserie, die im exklusiven Farbton SC40 White lackiert ist.
Auffällig ist auch der seitliche Lufteinlass. Ferrari bezeichnet ihn als Neuinterpretation der klassischen NACA-Lufteinlässe des F40. Die Linie am unteren Rand der Motorabdeckung wiederum greift jene Linie auf, die die Karosserie des legendären Supersportwagens horizontal teilte.
Am Heck verraten die vom 296 GTB übernommenen Rückleuchten als eines der wenigen Merkmale die Basis des Projekts. Neben dem bereits erwähnten Heckflügel fällt die Motorabdeckung auf: Ein transparenter Teil aus getöntem Lexan besitzt mehrere Öffnungen im Stil einer Jalousie, wie beim F40. Die mittig angeordnete Auspuffanlage entsteht im additiven Fertigungsverfahren, also per 3D-Druck; ihre Endrohre bestehen aus Titan und Kohlefaser.
Kevlar kehrt zurück
Kevlar gehörte zu den prägenden Materialien des F40. Für den SC40 hat Ferrari es neu interpretiert und mit Kohlefaser kombiniert. Zu sehen ist das Material im Innenraum an den Fußmatten, hinter den Sitzen und am Lenkrad sowie im Motorraum. Graues Alcantara und rotes technisches Gewebe bestimmen das Ambiente. Das SC40-Logo ist in die Kopfstützen gestickt und findet sich auch am Armaturenbrett.
Mechanisch entspricht der Wagen ansonsten weiterhin dem 296 GTB. Hinter den Insassen sitzt in Mittelmotoranordnung ein 3,0-Liter-V6-Biturbo mit einem ungewöhnlichen Winkel von 120° zwischen den Zylinderbänken. Er ist Teil eines Hybridsystems mit einer Leistung von 830 PS.
Ferrari nennt für den SC40 ein Trockengewicht von 1550 kg und hohe Fahrleistungen: 2,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 7,3 Sekunden bis 200 km/h und eine Höchstgeschwindigkeit von über 330 km/h.
Zu sehen … zumindest fast
Der Ferrari SC40 ist ein nach den Wünschen eines Kunden gefertigtes Einzelstück und stellt die höchste Stufe des Individualisierungsprogramms der Marke dar.
Auf der Straße wird man ihm wohl kaum begegnen. Ferrari hat dennoch eine Möglichkeit geschaffen, ihn vor Ort zu betrachten: Ab 18. Oktober wird im Ferrari-Museum in Maranello ein Modell des SC40 im Maßstab 1:1 ausgestellt. Es ist die beste Gelegenheit, die jüngste exklusive Kreation der italienischen Marke zu betrachten.






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